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Vorstellung
#1
Hallo und guten Abend,

bin neu hier und will mich und mein Krankheitsbild vorstellen, wenn es zuviel ist bitte ich um Entschuldigung, versuche mich aber kurz zu fassen.
Bin 63 Jahre und hatte in 1973 wissentlich meine erste Depression/ Angst bis heute.
Zwischenzeitlich Wehrdienst, Hochzeit 2 Kinder, Scheidung auch wegen meiner Erkrankung, Hausverkauf, Hinterwandinfarkt, war in 2010 in einer Klinik, was nichts gebracht hat und war bei einem Psychologen mehrere Jahre der eine Zwangsstörung attestiert hat. Ich gegoogelt und gegoogelt und hatte auch die Seite der Zwangserkrankten, wo ich mich aber nicht so wiederfinde wie hier, weil ich gerade bei den Ängsten vorne dabei bin, teilweise morgen klitschnass geschwitzt, grübele und grübele, Angst verrückt zu sein/zu werden, drehe am Rad , Angst vor Kontrollverlust, Panik, immer als am überprüfen und am kontrollieren, so schlimm war es noch nie.
Soll das jetzt mein restliches Leben sein?
Ich wollte einfach mal reden,
Danke
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#2
Hallo Justi,

herzlich willkommen bei uns im Forum.
Du hast ja schon eine menge mitgemacht. Du wirst die Kontrolle mit Sicherheit nicht verlieren und verrückt wirst du auch nicht.
Du würdest sonst nicht mal drüber nachdenken, wenn es so wäre.
Versuch es bitte nochmals mit einer Therapie. welche Art von Therapie hast du schon hinter dir?

Gruß
Karin
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#3
Hallo Karin,
es handelte sich um eine kognitive Verhaltenstherapie, in der mir der Psycholge wirklich gut die Zusammenhänge erklärt hat (Zwang und Angst etc.). Es waren wirklich sehr intenive Gespräche über einen langen Zeitaum, die aufgrund von Ablauf der mir zugestandenen "Psychologischen Stunden" beendet wurden aber auch meines Erachtens vollumfänglich
vieles bearbeitet wurde.
Ich muss jetzt irgenwie dadurch (wie auch immer), während ich diese Zeilen schreibe, merke ich schon wieder, wie ich tief atme und langsam anfange stark zu schwitzen.

Liebe Grüße
Justi
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#4
Hallo Justi,

eventuell hilft dir eine Tiefenpsychologische Therapie weiter. Kennst du den Auslöser deiner Ängste um daran zu arbeiten?

Gruß
Karin
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#5
Hallo Karin,

leider nein, ich wollte schon einmal eine medizinische Hypnose machen, traue mich aber nicht.
Ich wär "momentan" schon froh, wenn ich beim morgendlichen Erwachen nicht schwitze, das Gedankenkarrusell weg wäre
und die Panik und Angst erträglich wären.

Gruß Justi
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#6
Du hast ja schon harte Zeiten hinter Dir, und steckst da tief drin.
Karin hat recht. Wäre sicher gut, wenn Du da therapeutisch begleitet wirst. Auch und u.a. durch einen Psychiater.
Bei der Schwere und Länge der Symptomatik ist eine "simple" Angstneurose niocht wahrscheinlich. Das Leben kann man akut auch mit entsprechenden Medikamenten erträglich machen etc.
Harte Nuss.
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#7
Hallo Gopi,

vielen Dank für deine ehrliche und klare Antwort. Ich bin froh, dass ich es bis hierhin (63 Jahre) geschafft habe und hinterfrage dauernd warum ich (!!!!!).
Wenn es etwas besser geht denke ich oft, was man mit den Resssourcen, die einem geraubt wurden/ werden alles hätte anfangen können.
Positiv sehe ich, dass man vor vielen Jahren noch abgestempelt wurde auf schwarz und weiß und heute das Verständnis für psychische Erkrankungen etwas größer ist.
Mir würde man es persönlich auch nicht abkaufen, da ja der " Justi, der jedem immer geholfen hat und hilft und für alle ansprechbar ist/war" sowas nicht hat.
Dieses Bild hat hat sich etwas geändert, als meine EX-Frau im Scheidungsverfahren, in dem Ort wo ich wohne, mein Krankeitsbild publik gemacht hat; vielleicht gar nicht so schlimm.
Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben und wünsche allen
ein gesundes Wochenende.
Danke
Justi
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#8
Hallo,
ich will einmal kurz weiter berichten (möchte aber nicht nerven); bin auf der Suche nach einem guten Arzt (Psychiater, Rat von Gopi) und werde morgen ein paar Telefonate führen.
Hoffentlich sind die Wartezeiten nicht so furchtbar lange. Das morgendliche Schwitzen ist weniger geworden. Die Angst-/Panikattacken versuche ich zu ertragen und wende die Dinge an, die ich im Internet gegoogelt habe (Atem usw.)
Ich bin den ganzen Tag am Nachdenken und ertappe mich immer wieder, wie ich mich dadurch selbst so richtig schön fertig mache. Versuche auch jetzt nicht mehr "Dr. Google" als Arztersatz zu sehen.
Wenn ich einen Sachverhalt/Gedanke halbwegs abgearbeitet habe, kommt der nächste.
In der Summe handelt es sich immer um die Angst des Kontrollverlustes gem. der Fragestellung "Was wäre wenn du das und das......." und schon bringe ich mich selber in Fahrt.
Insbesondere deine Worte (Karin) oben im Forum
"Du wirst die Kontrolle mit Sicherheit nicht verlieren und verrückt wirst du auch nicht. Du würdest sonst nicht mal drüber nachdenken, wenn es so wäre."
rufe ich mir oft auf und lese sie, obwohl ich doch weiß, was du geschrieben hast, aber ist so wahnsinnig
beruhigend!!!!!
Ich danke euch für das Lesen und wünsche alles erdenklich Gute und bin froh, dass es solch ein Forum gibt.
Gruß Justi
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#9
Hallo Justi,

auf einen Psychiatertermin musst du sicher nicht sehr lange warten.
Alles Gute und du schaffst das wieder aus der Angstspirale heraus. Wenn die Gedanken kommen, immer versuchen dich gut abzulenken.

Gruß
Karin
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#10
Vielen Dank Karin

LG
Justi
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#11
Hallo und guten Morgen, 

wollte mich noch einmal melden und berichten. Habe nach einigen Absagen tatsächlich einen Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie erreichen können, der nicht
gänzlich "ausgebucht" ist und mich für eine probatorische Sitzung kürzlich eingeladen hat.
Eine Rechnung ist auch schon ergangen, darauf hat er diagnostiziert eine "Rezidierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, Generalisierte Angststörung mit
vorwiegenden Zwangsgedanken oder Grübelzwang".
Die nächste Sitzung ist Mitte November, muss bis dahin  KV usw. klären.
Wie ich den Brief vom Arzt geöffnet habe, fing schon wieder das schwere Atmen an und allerlei Gedanken schossen mir durch den Kopf.
Bis ich diese Angst und Erregung dann "runtergefahren bekomme" dauert es.
Das morgendliche Schwitzen im Bett hat aufgehört, allerdings in den frühen Morgenstunden katastrophaler Schlaf, immer wieder Erwachen und Gedankenkreisen.
Angst/Panikattacken habe ich noch, wenn ich mich mit Gedanken in etwas hinein steigere. Auch eine gewisse Angst vor dieser Angst erkenne ich.
Ich hoffe mir wird geholfen, setze jetzt allles dran!!!!!!!!!!!!
Ich wünsche euch alles, alles Gute, einen schönen Sonntag und liebe Grüße

Justi
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#12
Hallo Justi,

schön, dass der erste Termin schon geklappt hat, da bist du sicher auf einem guten Weg. Nur musst du dann auch selber noch etwas dazu tun.

Danke, ebenso.

Gruß
Karin
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#13
Hallo Karin,
Sicher werde ich in allem mitarbeiten; wer wie wir Forumsmitglieder mit so einer Krankheit behaftet ist/war,
tut doch alles, um Besserung (vielleicht sogar geheilt) zu erlangen.
Was ich mittlerweile schon gelernt habe ist "Demut"
Nochmals Danke

Justi
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#14
Du wirst es schaffen, dass es dir zumindest erst mal besser geht und eventuell bekommst du den Mist auch ganz los. Es haben schon einige aus dem Forum geschafft.

Gruß und alles Gute,
Karin
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#15
Danke

LG Justi
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#16
Hallo,
ich hoffe für alle, dass ihr Weihnachten gut verbracht habt.
Bei mir ist es so, dass ich mich Anfang Januar in eine psychosomatische Klinik auf Anraten
der Psychiaterin begeben werde. Ich habe davor eine unheimliche Angst, je näher der Termin
kommt, obwohl ich weiß, dass ich so wie bisher nicht mehr weitermachen kann und will.
Ich weiß nicht was auf mich zu kommt, schlafe schlecht, würde morgens am liebsten im Bett
bleiben und der ganze Mist (grübeln, schwer atmen, Scham usw.usw. usw.) belastet mich.
Ich bete zum Herrgott, dass ich gesund werde !!
Ich wollte das hier nur einmal loswerden und wünsche allen ein gesundes Jahr 2023.

LG Justi
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#17
Hallo Justi,

die Klinik tut dir ganz bestimmt gut.Bestimmt fragst du dich, wenn du mal dort bist, warum du dir so viele Gedanken darüber gemacht hast.
Ich war auch vor vielen Jahren mal in so einer Klinik und ich fand es gut dort und gut getan hat es auch.
Ich wünsche dir eine gute Zeit dort und ganz viel Erfolg, den du auch haben wirst, wenn du gut mitmachst.
Danke, für dich auch ein gesundes neues Jahr.

Gruß
Karin
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#18
Danke !!!!!!
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#19
Hallo und guten Morgen,
ich wollte mich nach meinem Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik noch einmal melden, um zu berichten, da ich es wichtig finde, alle Leidensgenossen und Leidensgenossinnen
zu informieren und somit vielleicht ein wenig behilfreich zu sein.
Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht als vollkommen geheilter Mensch die Klinik nach 7 Wochen verlassen werde.
Allerdings hat es mir sehr gut getan, da die Einzelgespräche sehr viel gebracht haben. Ma kann (muss) sich öffnen, ist unter Menschen wie du und ich querbeet durch
alle Altersklassen mit verschiedenen "Haupterkrankungen" (Depressionen, Angst, Zwang, gemischte Erscheinungsformen usw.)
Die Erklärungsansätze des Krankheitsbildes über " wieso,weshalb, warum" waren wirklich sehr gut und man bekommt genügend Werkzeuge an die Hand, um selbst an sich zu arbeiten.
Es werden auch viele Dinge aufgearbeitet aus der persönlichen Vergabgenheit und gute Therapeuten legen schon bewusst, die Finger in verschiedene Wunden und lassen ggf. auch nicht locker.
Es wurden Expositionen (googelt mal) durchgeführt, die teilweise, nein immer, sehr, sehr anstrengend waren. Die zwangslosen Patientengespräche untereinander waren ebenfalls hilfreich,
da man kein Blatt vor den Mund zu nehmen brauchte, da alle das gleiche Ziel haben.
Manche Therapien waren aus meiner Sicht nicht so hilfreich (z.B. Kunst), schaden aber auch nicht. Wichtig war es den Verantwortlichen, dass man (insbesondere zuhause) gewisse
eingefahrene Strukturen nicht wieder übernimmt. Der ganze Aufenthalt war kein Zuckerschlecken und verlangt dem Patienten wirklich viel ab, volles Programm den ganzen Tag und
uneingeschränkte Mitarbeit/Wille sind Grundvoraussetzung. Man konnte sich aber auch (das ist auch so gewollt) zurückziehen, d.h. abmelden von verschiedenen "Sitzungen", wenn die Tagesform es nicht (mehr) hergab .Wichtig ist auch, dass man weiterhin psychotherapeutisch zuhause dran bleibt.
Ich habe jetzt immer noch Tage, wo es mir "bescheiden" geht, aber ich gebe nicht auf. Ihr habt Verständnis dafür, dass ich den Klinikname nicht nenne, da es diesbezüglich viele Kliniken bundesweit gibt. Der Kampf geht weiter, einen Klinikaufenthalt würde ich jederzeit uneingeschränkt empfehlen.

LG Justi
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#20
Hallo Justi,

es freut mich sehr, dass dir die Klinik viel gebracht hat Vielen Dank, dass du uns darüber berichtest.

Gruß
und weiterhin alle Gute für dich,
Karin
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